Schiffbau Industrie

In unserem halbjährlichen Verbandsmagazin informieren wir Sie über die neuesten Trends und Entwicklungen in Schiffbau und Meerestechnik sowie der maritimen Branche insgesamt. In jeder Ausgabe beleuchten wir die aktuellen Erfolge unserer Industrie und stellen einzelne Mitgliedsunternehmen und ihre Geschäftsbereiche sowie erfolgreiche Projekte vor.

 

Dienstag, 3. Dezember 2019 - 16:45

Schiffbau Industrie II/2019

Patente Lösungen für Umwelt- und Klimaschutz

Die maritime Innovationsoffensive voranbringen

Das Thema „IMO 2020“ war sicher eines der meist diskutierten in der Schifffahrt im ablaufenden Jahr. Die Regelungen betreffen strengere Grenzwerte für Schwefeloxidemissionen (SOX), die ab dem 1.1.2020 in Kraft treten. Diese Maßnahme löst erhebliche Unsicherheit in der Branche aus. Eine volkswirtschaftliche Studie mutmaßte jüngst sogar, dass womöglich signifikante Verwerfungen für die Weltkonjunktur die Folge sein könnten. Dies ist aus einer Reihe von Gründen bemerkenswert: Erstens, die entsprechende Entscheidung wurde schon vor elf Jahren im Oktober 2008 einstimmig von den 174 Mitgliedsstaaten der IMO getroffen. Die Umstellung kommt also keineswegs plötzlich. Zweitens, technisch ist die Einhaltung der Grenz­ werte unproblematisch, denn alle Schiffsmotoren laufen auch mit schwefelärmeren Kraftstoffen ohne Einschränkungen. Die Nachrüstung technischer Einrichtungen ist nicht zwingend erforderlich, kann aber dazu beitragen, Kraftstoffkosten zu sparen. Und drittens, die neuen Grenzwerte reduzieren den SOX­Ausstoß der Schifffahrt zwar spürbar, jedoch nicht annähernd in demselben Umfang, wie dies für den Straßenverkehr bereits in den 1980er­Jahren umgesetzt wurde. Der zulässige Schwefelgehalt im Schiffskraftstoff ist nach der Umstellung immer noch um ein 500-Faches (bzw. 100-Faches in entsprechen­ den Schutzgebieten) höher als beim Straßendiesel. Es dürfte also klar sein, dass hiermit lediglich ein Schritt auf dem Weg zu einer sauberen Schifffahrt beschritten wird, dem noch viele weitere folgen müssen.

Es mag ein Zeichen unserer Zeit sein, dass innerhalb eines Jahres ein Schulmädchen zur Ikone einer Massenbewegung werden kann. Das Ausmaß an technisch-naturwissenschaftlicher Ahnungslosigkeit, das manche öffentliche Debatte prägt, lässt Experten bisweilen verzweifeln und den Eindruck halb garen Aktionismus entstehen. Daraus abzuleiten, bei  alldem könnte es sich womöglich um eine kurzfristige Modeerscheinung handeln, wäre allerdings eine fatale Fehleinschätzung. Ein breiter weltweiter Konsens seriöser Wissenschaftler untermauert den Handlungsdruck. Deshalb ist es gut und richtig, dass sich die maritime Industrie im Zuge des kommenden europäischen Forschungsrahmenprogramms Horizon Europe zu dem klaren Ziel einer emissionsfreien Schifffahrt bekannt hat: Bis 2030 sollen die ersten Zero­Emission­Schiffe in Fahrt gehen und bis 2050 für alle Anwendungen zur Verfügung stehen. Forschungsmittel in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro sind dafür im Gespräch.

Im VSM stellen wir uns für diese gewaltigen Aufgaben neu auf. Mit der Integration des Center of Maritime Technologies (CMT) in den VSM wollen wir eine konsequente Ausrichtung auf die Forschungs-­ und Förderbedarfe der Mitglieder erreichen und dafür ein umfassendes Dienstleistungsangebot  schaffen. Das CMT­ Team verfügt über viel Erfahrung und exzellente Expertise bei Projektanbahnung, ­unterstützung und ­management von anwendungsorientierter maritimer Forschung gerade auch im europäischen Kontext. Unternehmen, die konkrete Forschungsbedarfe decken wollen und dabei Unterstützung benötigen, finden im CMT kompetente Ansprechpartner – sowohl technisch durch entsprechende Partner als auch administrativ insbesondere bei der Nutzung geeigneter Förderprogramme. So leisten wir einen noch klarer sichtbaren Beitrag zu der seit vielen Jahren propagierten maritimen Innovationsoffensive – eine wichtig Voraussetzung, auch um Zero Emission Shipping in die Realität umzusetzen.

Dass der Nachholbedarf der Schifffahrt nicht an mangelnden Ideen der maritimen Industrie hängt, zeigen zahlreiche Berichte auch in diesem Heft.

Wir wünschen eine erkenntnisreiche Lektüre!

Dr. Reinhard Lüken

Hauptgeschäftsführer,

Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V.

 

 

 

Mittwoch, 22. Mai 2019 - 13:30

Schiffbau Industrie I/2019

11. NMK und Blue Europe

Innovationen für saubere Meere

Liebe Leserinnen und Leser,

die elfte Ausgabe der Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) steht an. Same procedure as every (second) year? Diese Konferenzen sind nicht nur ein Privileg und ein Symbol politischer Wertschätzung, sie bilden für die maritime Politikgestaltung jedes Mal einen wichtigen Meilenstein. Im Vorfeld legt die Bundesregierung stets einen Bericht zur maritimen Wirtschaft vor und setzt sich dabei intensiv mit den aktuellen Herausforderungen der Branche auseinander. Wenige Wochen vor der NMK debattiert der Deutsche Bundestag die Beschlussanträge der Fraktionen zur maritimen Wirtschaft und schreibt damit der Regierung Handlungsaufträge ins Stammbuch. Die NMK selbst kann keine Beschlüsse generieren, aber das festgezurrte Datum ist ein Abliefertermin, an dem sich alle vorgeschalteten Prozesse orientieren. Durch die Rede der Bundeskanzlerin erhalten schließlich zentrale Aussagen der NMK einen verbindlichen Charakter.

Zwei Faktoren prägen die 11. NMK besonders: Sie findet erstmals in Süddeutschland statt und in der Woche der Wahlen zum Europäischen Parlament. Beides ist kein Zufall. Der Veranstaltungsort Friedrichshafen soll unterstreichen, dass die maritime Wirtschaft für das ganze Land ein wichtiges Thema ist, nicht nur für den Norden. Der Zeitpunkt vor der Europawahl betont die Bedeutung europäischer Politik für die Zukunft dieser globalen Branche.

Offene Märkte sind das Lebenselixier der maritimen Wirtschaft. Der europäische Binnenmarkt und die EU-Handelsabkommen, mit zurzeit 62 Partnern weltweit, haben dafür unschätzbare Beiträge geleistet. Gleichzeitig treten immer öfter aggressive Wettbewerber auf den Plan bei denen der Staat aktiv mithilft und die so europäischen Anbietern kaum Chancen lassen. Die Welthandelsorganisation hat dagegen oft kein wirksames Instrumentarium. Die akuten Handelskonflikte zeigen das immer deutlicher.

In Europa haben wir vor mehr als 60 Jahren erkannt, dass ein gemeinsamer Markt gemeinsame Regeln braucht. Seitdem greifen die Wettbewerbshüter in Brüssel bei Wettbewerbsverzerrungen zumindest innerhalb der EU durch. Jetzt wird es Zeit, dass Europa auch beim Rest der Welt konsequent auftritt. Die NMK kann in diesem Zusammenhang für die maritimen Belange ein wichtiges Zeichen setzen: Deutschland will eine starke maritime Industrie und ist bereit, sich dafür gemeinsam mit den europäischen Partnern ins Zeug zu legen.

Mittwoch, 9. Januar 2019 - 14:00

Schiffbau-Industrie II/2018

Know-how macht den Unterschied

 

Liebe Leserinnen und Leser,

wir blicken auf ein Jahr zunehmender politischer Unsicherheiten zurück, die nicht nur grundsätzlich die wirtschaftliche Stimmungslage beeinflussen, sondern auch sehr konkrete Auswirkungen auf das internationale Wirtschaftsgeschehen haben. Die handelspolitischen Kampfansagen der USA an China und fast alle anderen Handelspartner sowie an die internationalen Institutionen, die unsäglichen Debatten zum Brexit und nicht zuletzt auch die schwierige Regierungsbildung in Deutschland sowie die schwachen Wahlergebnisse der Koalitionspartner erzeugen für die Wirtschaft eine instabile Ausgangslage. Erfreulicherweise öffnen sich für Deutschland, dank der guten konjunkturellen und haushaltspolitischen Lage, Handlungsspielräume, um auf Entwicklungen zu reagieren und sich auf künftige Szenarien vorzubereiten. Zusammen mit dem angekündigten Ende der Ära Merkel stehen wir vor herausfordernden aber auch spannenden Zeiten. Wird die Regierungskoalition die gesamte Legislaturperiode halten? Gelingt der Brexit ohne größere Schäden auf beiden Seiten des Kanals? Wächst der Einfluss der nationalistischen Kräfte nach der Europawahl? Lässt sich eine Eskalation der Handelskonflikte vermeiden und der Multilateralismus retten? Große Fragen, die viel politisches Kapital beanspruchen werden. Es wird viel Kraft kosten sicherzustellen, dass unsere maritimen Themen dabei nicht zu kurz kommen.

Denn auch in der maritimen Wirtschaft zeichnen sich immer deutlicher epochale Veränderungen ab: der Aufstieg Chinas auch in die High-Tech Segmente der Schiffbau- und Meerestechnikindustrie, die europäische Konsolidierung im Marineschiffbau, die Notwendigkeit Schiffsemissionen massiv zu senken, die voranschreitende digitale Revolution. Mehr denn je müssen die maritimen Akteure große Unsicherheiten bewältigen, verstärkt in neue Technologien, in Forschung, Entwicklung und Innovation investieren und neue Formen der Zusammenarbeit entwickeln. Dank unserer Innovationskraft bergen all diese Themen riesige Chancen. Aber ist der maritime Standort Deutschland hierfür schon optimal aufgestellt?

Ohne Zweifel gibt es herausragende Fähigkeiten in den Unternehmen. In vielen maritimen Feldern stammt führende Technologie aus Deutschland. Gleichzeitig haben wir jedoch schon erheblich an Substanz und an manchen Stellen auch an Know-How eingebüßt. In einigen Volumenmärkten lässt sich die Systemkompetenz nicht mehr wettbewerbsfähig abbilden. Bei der Konsolidierung der Zuliefermärkte sind deutsche Unternehmen attraktive Übernahmeziele. Über eigene große Akteure auf diesem Feld verfügen wir immer seltener. Auch bei den Rahmenbedingungen kann ein eindeutig positiver Trend nicht konstatiert werden. In Sachen Steuerentlastung oder Förderinstrumente nimmt der maritime Wirtschaftsstandort Deutschland sicher keinen Spitzenplatz ein. Mit einem ausgeprägten Fachkräftemangel, wachsender Bürokratie und bisweilen schwieriger Zusammenarbeit mit öffentlichen Auftraggebern, um nur einige Punkte zu nennen, drohen wir im internationalen Vergleich weiter zurückzufallen. Daran müssen wir dringend arbeiten, solange die Ausgangslage noch verhältnismäßig gut ist.

Eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Auch 2019 wird es nicht langweilig. So ein Glück!

Dienstag, 28. August 2018 - 11:30

Schiffbau Industrie I/2018

Frische Dynamik für die Branche

Alle zwei Jahre ruft die SMM in Hamburg – und das Who is Who der Schiffbauwelt kommt. Am 4. September ist es wieder soweit. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, bei der Messegesellschaft genauso wie bei allen Ausstellern. Die Vertriebs- und Marketingabteilungen polieren ihre neuesten Produktentwicklungen auf Hochglanz und lassen sich etwas einfallen, um beim Fachpublikum für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Dazu wird auch das VSM-Magazin gerne genutzt, sodass die SMM-Ausgabe immer einen besonders umfangreichen und informativen Querschnitt durch die Branche widerspiegelt. Auch diese Ausgabe verdeutlicht wieder die beeindruckende Innovationskraft insbesondere der deutschen Hersteller - aber natürlich schläft auch der weltweite Wettbewerb nicht!

So wird die Messe Beleg für die Faszination, die Schiffbau und Meerestechnik ausstrahlen, und es gelingt ihr immer wieder, positive Impulse zu setzen und frische Dynamik zu vermitteln. Auch auf der letzten SMM in 2016, als der globale Markt einen historischen Tiefpunkt durchschritt, nahmen die Besucher neuen Mut, frische Ideen und Inspiration mit. Dies kann auch dieses Jahr fest eingeplant werden.

Ein Besuch der SMM lohnt sich jedoch nicht nur für Branchenkenner. Der kompakte Überblick über den High-Tech-Schiffbau wird auch von vielen Verantwortungsträgern aus der Politik gerne genutzt. Der VSM wird wie jedes Mal wieder eine Reihe von Messe-Rundgängen mit Spitzenvertretern aus der Landes- und Bundespolitik sowie für ausländische Delegationen organisieren. 

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Nachwuchswerbung. Messen sind  eine großartige Gelegenheit, sofern sich die ausstellenden Unternehmen gut darauf einstellen. Die SMM bietet hierfür insbesondere am letzten Messetag als Career Day hervorragende Möglichkeiten. Das Gleiche gilt für die WindEnergy zwei Wochen später sowie das neu aufgelegte Format der Hamburg Boat Show unserer Kollegen des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes vom 17.-21. Oktober.

Dienstag, 7. November 2017 - 10:45

Schiffbau Industrie II/2017

Aufbruch zur maritimen Energiewende

 

Liebe Leserinnen und Leser,

am 24. Oktober 2017 feierte der 19. Deutsche Bundestag seine Kiellegung. Ab jetzt wird wieder intensiv gebaut, nicht nur an der Regierungsbildung sondern auch an der Arbeitsfähigkeit des Parlaments.

Auch die Schiffbau- und Meerestechnik-Industrie in Deutschland arbeitet mit Hochdruck für ihre Kunden. Bei Passagierschiffen und Marinefahrzeugen sind die Auftragsbücher überwiegend solide gefüllt und bieten so eine gute Planungsgrundlage für Investitionen in optimierte Betriebsabläufe und Produktivität. Unablässige Verbesserungen der Produkte und Verfahren sind entscheidend um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit abzusichern. Der globale Schiffbaumarkt liegt am Boden wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Erfolge der deutschen Schiffbauer erscheinen deshalb fast schon bizarr. Aber nur von außen. In der Branche ist jedem bewusst, dass sich die gewaltigen Herausforderungen aktuell nicht an Auftragsstatistiken ablesen lassen. Der Wettbewerbsdruck steigt unablässig. Die globale Nachfrageschwäche trifft in Deutschland vor allem den Teil der Zulieferunternehmen, deren Produkte ausschließlich auf Schiffen verbaut werden.

Doch auch die aktuellen Erfolge im Spezialschiffbau wecken die Begehrlichkeiten der Wettbewerber, sowohl in Europa als auch bei den großen asiatischen Schiffbaunationen und anderen Weltmarktteilnehmern. Eine Reihe von Nationen verfolgt inzwischen eine dezidierte Schiffbaustrategie, um diese für die Umsetzung ihrer geostrategischen Ziele wichtige Hochtechnologie-Branche zu stärken. Gegen Staatsprogramme und-strategien jedoch ziehen deutsche Mittelständler den Kürzeren.

Deshalb geht Deutschland den richtigen Weg, wenn es den Auftrag der Maritimen Agenda 2025 ernst nimmt. Dazu muss die neue Bundesregierung die Agenda schnell auf Wiedervorlage legen, nachschärfen und weiterentwickeln. Bei der hohen Wettbewerbsdynamik reicht eine reine Fortschreibung des Status Quo schnell nicht mehr aus.

Der VSM wird auch weiterhin gemeinsam mit der geballten Kompetenz unserer Mitglieder konstruktive Analysen und Vorschlägen beisteuern, um so die Politik im Ringen um die besten Lösungen zu unterstützen.

Auch in diesem Heft finden Sie wieder eine Reihe spannender Beispiele, die deutlich machen, die Industrie erledigt ihren Teil, um den Erfolg von Maritime Made in Germany fortzuschreiben.

Sonntag, 2. April 2017 - 16:00

Schiffbau Industrie I/2017

Politischer Kompass: Standort sichern, Chancen nutzen

Nach den dunklen Vorzeichen aus England und den USA haben viele Kommentatoren das Wahljahr 2017 zum Schicksalsjahr für Europa ausgerufen. Den Auftakt sollten die Niederlande machen, wo einer der dienstältesten Rechtspopulisten über viele Monate die Meinungsumfragen anführte. Es folgen die Präsidentschaftswahlen in Frankreich im April und Mai und schließlich im September die Bundestagswahl. Der erste Akt ließ Europa jetzt erst einmal aufatmen.

Einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des amtierenden niederländischen Ministerpräsidenten sahen viele Beobachter in dem selbstbewussten Auftreten im Konflikt mit der Türkei.

Es scheint ein empfehlenswertes Rezept gegen Politikverdrossenheit zu sein: entschlossenes Handeln, verbindliche Rhetorik. Leider mangelt es daran gerade in der europäischen Politik so oft. Viele große Pläne werden in Brüssel entworfen und dann zwischen den nationalen Egoismen zerrieben. Rich but divided seien die Europäer in den Augen der Chinesen, berichtete der China-Experte Prof Holslag auf der SEA Europe Konferenz Anfang März in Brüssel. Die perfekte Ausgangslage für China. 

Die Made in China 2025 Strategie nennt den High-Tech Schiffbau ausdrücklich als eines der Ziele. Was setzen wir dagegen?

Mit ihrer Maritimen Agenda 2025 setzt die Bundesregierung ein wichtiges Zeichen. Nun muss entschlossenes Handeln folgen. Unsere Vorstellungen zu den Rahmenbedingungen für die maritime Industrie haben wir als politischen Kompass für die nächste Legislaturperiode zusammengefasst. Sie finden ihn auf den Seiten 12-15.

Dass die maritime Industrie derweil nicht die Hände in den Schoss legt, sondern ganz im Gegenteil alle Hebel für nachhaltigen Erfolg in Bewegung setzt, macht auch diese Ausgabe der Schiffbau Industrie eindrucksvoll deutlich.

Mittwoch, 14. September 2016 - 17:30

Schiffbau-Industrie II/2016

Top Technologie als Wettbewerbsvorteil

 

Die SMM zählt sicher nicht zu den bekanntesten Messen in Deutschland. Sie zieht keine Besucherströme von über einer halben Million Menschen an wie die CeBit oder die IAA. Aber in unserer Welt von Schiffbau & Meerestechnik ist sie die unangefochtene Nummer eins. Rund 2100 Aussteller aus 60 Ländern kommen im September wieder nach Hamburg, um ihre Unternehmen, ihre Produkte und ihre Innovationen der Welt zu präsentieren. Der Anspruch, Weltleitmesse zu sein, wird zu Recht erhoben, denn zwei Drittel der Aussteller kommen aus dem Ausland.

Die diesjährige Messe findet vor dem Hintergrund einer sehr angespannten Marktsituation statt. Das Bestellvolumen im ersten Halbjahr 2016 war miserabel. Im Vergleich zum bereits recht schwachen Vorjahr erreichte die bestellte Tonnage in den ersten sechs Monaten gerade einmal 20 Prozent.

Aber Not macht bekanntlich erfinderisch. Insofern dürfte die SMM dieses Jahr mit besonders vielen Neuheiten aufwarten. Mehr denn je ist sie deshalb auch Inspiration und Chance für die gebeutelte Schifffahrt. Gerade deutsche Reedereien müssen sich neu erfinden, um dem zunehmenden Wettbewerbsdruck standzuhalten. Sie müssen ihre Wettbewerbsvorteile erkennen und stärken. Technologie wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Das Geschäftsmodell „Hauptsache billig“ hat ausgedient, denn das können andere mindestens ebenso gut.

 Es ist ein riesen Standortvorteil, die beste Technologie der Welt direkt vor der Haustür zu finden. Dies gilt alle zwei Jahre für die SMM, aber es gilt auch 365 Tage im Jahr für die Wertschöpfungskette der deutschen maritimen Industrie. Überkapazitäten gibt es in erster Linie aufgrund der vielen schlechten Schiffe. Für überlegene Technik gibt es jedoch immer einen Markt.

Unser Appell geht darum an die Reeder und Offshore-Kontraktoren im In- und Ausland: Besuchen Sie die SMM, sprechen Sie mit den deutschen Herstellern, vergleichen Sie selbst! In unserer extralangen Ausgabe der Schiffbau Industrie finden Sie bereits einige Appetitanreger.

Wir wünschen Ihnen eine stimulierende Lektüre!

Montag, 13. Juni 2016 - 9:00

Schiffbau-Industrie I/2016

Immer besser, immer effizienter

Schiffbau & Meerestechnik agieren auf globalen Märkten – und diese sind zurzeit überwiegend alles andere als vielversprechend. Die schwache Weltkonjunktur,
Überkapazitäten auf den Frachtmärkten sowie der Absturz des Ölpreises und der damit verbundene Nachfrageeinbruch im Offshore-Öl- und -Gasgeschäft haben
den Investoren die Lust auf maritime Projekte verdorben.

Der globale Schiffbau wird normalerweise von den großen Drei – China, Korea und Japan – dominiert. Die deutsche
Zulieferindustrie wickelt aber laut den Zahlen des VDMA seit Jahren über die Hälfte ihres Umsatzes in Europa ab. In der gegenwärtigen globalen Krise ist das ein wichtiger Lichtblick, denn nach Angaben des Branchendienstes Clarksons Research gingen bis einschließlich April mit über sieben Milliarden US-Dollar rund 63 Prozent des globalen Neubaubestellwerts
in diesem Jahr nach Europa. Viele exportorientierte maritime Maschinenund Anlagenbauer sind allerdings auf die hohen Stückzahlen des Serienschiffbaus angewiesen, sodass der Binnenmarkt den globalen Nachfragekollaps nicht vollständig ausgleichen kann.

Die deutsche Schiffbauindustrie konnte sich in Teilen jedoch gut gegen den globalen Negativtrend stemmen. Der Auftragseingang der deutschen Werften hat sich in den  zurückliegenden zwei Jahren auf knapp fünf Milliarden nahezu verdoppelt. Auch 2016 konnten bereits Aufträge in etwa der gleichen Größenordnung verbucht werden.

Dieser Erfolg der maritimen Industrie am Standort Deutschland gründet auf den besonders hohen Ansprüchen unserer Kunden. Die hohe Komplexität der hier gefertigten Produkte erfordert eine große Anzahl an hoch spezialisierten Experten. Hunderte von Unternehmen mit durchgängig hoher Zuverlässigkeit müssen perfekt koordiniert an einem Strang ziehen, um das Projekt gemeinsam zum Erfolg zu führen. Diese Strukturen sind in Deutschland über Jahrzehnte nach und nach entstanden und lassen sich nur sehr schwer an anderer Stelle reproduzieren.

Es gibt aber keinen Platz für Selbstzufriedenheit oder für ein Nachlassen in dem Bemühen, immer besser und immer effizienter zu werden. Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um gemeinsam den maritimen Standort Deutschland zu stärken.

Diese Ausgabe der Schiffbau Industrie zeigt wieder einige Beispiele aus unserer leistungsfähigen Branche.

Viel Spaß beim Lesen!

Freitag, 23. Oktober 2015 - 15:15 bis Donnerstag, 5. November 2015 - 15:15

Schiffbau Industrie II/2015

Nationale Maritime Konferenz steht bevor.

 

Sie findet zu einer Zeit statt, in der die maritime Wirtschaft weltweit eine sehr schwierige Phase durchläuft. Zwei der größten maritimen Marktsegmente, die Frachtschifffahrt und die Offshore Öl- und Gasindustrie, leiden unter schwachen Preisen und damit unter geringen Investitionen in neue Anlagen. In großen Schiffbaunationen wie China und Südkorea herrscht Katastrophenstimmung. Milliardenverluste und Unternehmensschließungen prägen das Bild. Japan konnte durch eine frühzeitig agierende Industriepolitik größere Schäden bislang abwenden, dank einer verlässlichen heimischen Nachfrage sowie einer starken Abwertung des Yen in Kombination mit vergünstigten Exportfinanzierungen.

Gegen den globalen Trend erzielte Schiffbau und Meerestechnik in Deutschland zuletzt starke Zuwächse bei Umsatz und Auftragseingang und auch die Beschäftigtenzahlen legten zu. Dies lag maßgeblich an wenigen gesunden Nischen-Märkten, v.a. Kreuzfahrtschiffe und Yachten aber auch U-Boote und andere Spezialschiffe für hoheitliche Aufgaben, in denen die Kunden immer wieder mit bemerkenswerten Innovationen überzeugt werden konnten. Bei anderen Produktsegmenten wird die Luft aber auch für deutsche Unternehmen dünn. Neue Projekte für die Öl- und Gasindustrie fehlen ebenso wie für die regenerative Offshoresparte. Tolle Produkte und innovative Lösungen alleine reichen nicht. Letztendlich bestimmt die Nachfrage den Erfolg. Investitionen in Innovation sind nicht nur Chance sondern immer auch riskant, sowohl in technischer als auch in kommerzieller Hinsicht.

Innovationskraft fängt zwar bei der hervorragenden Ausbildung und Kreativität der Techniker an; sie hängt aber von so viel mehr ab: von dem Verständnis und der Offenheit für Neues beim Kunden, für die wir gerade in Deutschland noch viel stärker werben müssen; von der wirtschaftlichen Fähigkeit, Risiken zu schultern, gerade in unserer Branche mit vielen Mittelständlern, die riesige Projekte vorantreiben; von der Finanzierbarkeit von neuer Technik, gerade in Zeiten großer Zurückhaltung der Banken in der maritimen Wirtschaft.

Deshalb geht es bei der vom VSM gemeinsam mit der IG Metall geforderten Innovationsoffensive auch um viel mehr als um Haushaltsansätze für Förderprogramme. Es geht um das Verstehen der Sachzusammenhänge und um die entsprechenden Schlussfolgerungen. Und es geht um ein Signal, dass den Aussagen der Politik zur großen Bedeutung der Maritimen Wirtschaft für Deutschland durch konsequentes Regierungshandeln Rechnung getragen wird.

Dies treibt nicht nur die im VSM vertretene Industrie um. Reeder und Häfen sitzen im selben Boot – genauso wie viele Fachpolitiker und -beamte. Alle eint das Ziel eines starken maritimen Standorts Deutschland. Um die besten Konzepte muss gerungen werden – und um Mehrheiten. Deshalb ist die wichtigste Aufgabe aller Anwesenden am 19-20. Oktober in Bremerhaven, dass alle gemeinsam Deutschland wachrütteln, damit es seine maritimen Chancen nicht verschläft – wach wie Japan zum Beispiel.

 

Dazu will auch diese Ausgabe der Schiffbauindustrie einen Beitrag leisten.

 

Viel Spaß beim Lesen!

Freitag, 22. Mai 2015 - 13:30

Schiffbau Industrie I/2015