VSM zu Ende von F126: Mit Erstaunen zur Kenntnis genommen
Nachricht kam für beteiligte Unternehmen überraschend und stellt sie vor erhebliche Herausforderungen
Hamburg, 24. Juni 2026 – Mit Erstaunen nimmt der Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V. (VSM) die heutige Entscheidung zur Beendigung des Fregattenprojekts F126 zur Kenntnis. Die Nachricht kam für viele der beteiligten Unternehmen überraschend und stellt sie vor erhebliche Herausforderungen. Trotz der bekannten Verzögerungen war das Projekt in den betroffenen Werften und Zulieferbetrieben fest eingeplant und mit entsprechenden personellen sowie industriellen Kapazitäten hinterlegt.
Die heutige Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen: Bereits getätigte Ausgaben in Milliardenhöhe müssen vollständig abgeschrieben werden. Bereits gefertigte Bauteile wandern ungenutzt in den Hochofen. Noch wichtiger, auf das Fähigkeitsprofil der F 126 wird die Deutsche Marine auf viele Jahre verzichten müssen. Zur Erinnerung: Die Planungen für diese Schiffsklasse begannen bereits 2009, der Bauvertrag wurde 2020 geschlossen.
Gleichzeitig begrüßen wir die Entscheidung, vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages, 4+4 MEKO A-200-DEU zu beschaffen. Diese Schiffe können schneller zulaufen und werden dazu beitragen, einen Teil der entstehenden Fähigkeitslücke zu schließen. Ebenso begrüßen wir die Ankündigung von TKMS, die vom Abbruch des F126-Projekts betroffenen Unternehmen im Rahmen der Umsetzung des neuen Programms nach Möglichkeit einzubinden. Bereits vor einem Jahr hat der VSM betont, dass mit einer schnellen Beschaffung der MEKO-Lösung große Chancen verbunden sind, vorausgesetzt, eine pragmatische Herangehensweise bei den bisher üblichen Bauvorschriften hält Einzug. Hier sind dem Vernehmen nach erfreuliche Fortschritte erzielt worden.
Insgesamt hinterlässt der heutige Tag jedoch einen bitteren Beigeschmack für die deutsche Schiffbauindustrie. Die damals seitens der Verantwortlichen im Beschaffungsprozess verfolgte Marschrichtung, die deutsche Schiffbauindustrie als Generalunternehmer bei dem Fregattenprojekt explizit außen vor zu lassen, um ein Exempel zu statuieren, zeigt heute ihr unrühmliches Ergebnis. Die umfänglichen Bemühungen seitens der deutschen Akteure, die damaligen Fehler zu heilen, werden nun nicht honoriert.
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Henning Beermann
Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V.
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