VSM Verbandsnachrichten 92. Ausgabe/Februar 2026

92. Ausgabe/Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

In Kürze wird die Europäische Kommission – maßgeblich auf Drängen Deutschlands – ihre neue Maritime Industriestrategie vorlegen. Dass dieser Schritt überfällig ist, zeigt ein Blick zurück: Seit mindestens zehn Jahren wurde die Branche in Brüssel weitgehend vernachlässigt. Abgesehen von einzelnen Forschungsprogrammen spielte die maritime Industrie kaum eine Rolle. In der Generaldirektion Industrie (Binnenmarkt) gab es im zuständigen Referat „Mobility“ – faktisch Automobilwirtschaft – jahrelang keinen maritimen Referenten. Erst 2024 änderte sich das. In der Generaldirektion Verkehr existiert zwar ein eigenes Direktorat für Schifffahrt und Häfen, jedoch ohne klaren industriepolitischen Fokus. Der letzte industriepolitische Ansatz stammt aus dem Jahr 2013 und war im Kern eine Fortschreibung der LeaderSHIP-2015-Initiative von 2003.
Mit welcher Wucht sich die Welt ändern würde, ahnte damals kaum jemand. 2002 verkündete der chinesische Premierminister beim Staatswerftenkonzern CSSC das Ziel, China bis 2015 zur führenden Schiffbaunation zu machen. Damals produzierte China rund 1,5 Mio. CGT, Europa mehr als das Dreifache. Bereits 2010 überschritt China die Marke von 20 Mio. CGT und übernahm die globale Spitzenposition.
Den chinesischen Aufstieg erkannten wir früh – seine sicherheitspolitische Dimension jedoch erst spät. Wir deuteten die aggressive Industriepolitik vor allem als wirtschaftliches Modernisierungsprojekt: neue Arbeitsplätze, Exportförderung, niedrige Frachtraten durch Überkapazitäten. Die Folge waren eine jahrelange Schifffahrtskrise und Milliardenverluste, insbesondere bei deutschen Landesbanken.
Dass der massive Ausbau ziviler Kapazitäten zugleich den Marineschiffbau stärkte, wurde unterschätzt. Aus heutiger Sicht spricht vieles dafür, dass dies die strategisch entscheidende Motivation für die hunderte von Milliarden an staatlichen Investitionen war. Auch westliche Kunden – teils mit öffentlichen Mitteln unterstützt – trugen indirekt zur Finanzierung des Kapazitätsaufwuchs bei.
Seit 2021 verfügt China über die größte Marine der Welt und sie wächst weiter rasant. Im zivilen Schiffbau produziert China heute mehr als das 500-fache an Schiffsraum verglichen mit den USA. Diese Dominanz gilt als strategische Schwachstelle der amerikanischen Streitkräfte im geopolitischen Wettstreit.
Europa ist im Vergleich deutlich besser aufgestellt – sowohl im zivilen als auch im militärischen Schiffbau. Doch auch hier sind die Kapazitäten in den vergangenen Jahrzehnten deutlich geschrumpft. In Deutschland etwa sank die Zahl der Werften seit der Wiedervereinigung von 82 um die Hälfte.
Unseren Unternehmen blieb nur die Flucht nach vorne, in den hoch-komplexen Spezialschiffbau und high-Performance maritimen Systemen und Anlagen. Dass dieser trotz aller Wettbewerbsverzerrungen so erfolgreich war, sprich für die Innovationskraft am Standort Deutschland.
Doch High-End-Kompetenz allein genügt in einer Welt wachsender Spannungen nicht. Wir brauchen auch ausreichendes Volumen, ausreichende industrielle Kapazitäten, um eine hohe Leistungsfähigkeit des gesamten Clusters zu gewährleisten. Dafür muss ein Politikwechsel her, um den langfristigen Trend des Kapazitätsverlustes zu stoppen und nachhaltig umzukehren. Daran muss sich die Europäische Maritime Industrie Strategie messen lassen: Setzt sie echte, mutige Impulse – oder wiederholt sie lediglich bekannte, wirkungsarme Ansätze?
Aktuelles
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VSM begrüßt neue Mitglieder
Wir freuen uns, Ihnen unsere neuen Mitglieder vorstellen zu dürfen:
Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)
Versatile Maritime Consulting GmbH
Blue Edge Engineering GmbH i. Gr.
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Termine
Sitzung VSM FG Offshore- und Meerestechnik - 26.02.2026
SEA Europe Webinar: Introduction to EU Funding - 26.02.2026
Sitzung VSM FG Reparaturwerften - 18.-19.03.2026
Sitzung VSM Ausschuss Einkauf und Logistik - 27.03.2026
Tagung „Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau“ - 22.-23.04.2026 |
| VSM-Statement zur „Buy European“-Initiative: Wettbewerbsfähigkeit braucht strategische Industriepolitik – keine Scheindebatte über Isolation - 12.02.2026
Hamburg 12.02.2026 -
Anlässlich des heutigen informellen Treffens des Europäischen Rates auf Schloss Alden Biesen in Belgien fordert der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) eine realistische und strategisch ausgerichtete Debatte über Europas Wettbewerbsfähigkeit. In der aktuellen Diskussion über eine stärkere europäische Ausrichtung beim Einsatz von Steuergeld darf jedoch kein falscher Gegensatz aufgebaut werden. Eine europäische Präferenz in strategisch wichtigen Sektoren bedeutet nicht Isolation, sondern industriepolitische Vernunft. |
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Parlamentarischer Abend des VSM 2026: VSM fordert entschlossenen Aktionsplan für die maritime Industrie – „Zukunftsbranche mit strategischer Bedeutung für Deutschland und Europa“ - 29.01.2026
Berlin 29.01.2026 -
Die deutsche maritime Industrie steht vor großen Wachstumschancen – benötigt dafür aber verlässliche politische Rahmenbedingungen. Das betonte Harald Fassmer, Präsident des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), beim Parlamentarischen Abend des VSM in der Landesvertretung BadenWürttemberg in Berlin. Vor Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Vertreterinnen und Vertretern von Ministerien, Diplomatie, Marine, Wirtschaft und Medien rief Fassmer zu entschlossenem politischem Handeln für den maritimen Industriestandort Deutschland auf. |
Aufträge/Ablieferungen
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Neuestes Schiff des Northern Lighthouse Board von SCHOTTEL angetrieben - 11.02.2026
Spay, 11.02.2026 -
SCHOTTEL wurde von der spanischen Werft GONDAN ausgewählt, das Antriebspaket für das neueste Schiff des Northern Lighthouse Board (NLB), die POLE STAR, zu liefern. Am 21. Januar 2026 wurde das Schiff offiziell von Ihrer Königlichen Hoheit The Princess Royal, Patronin des Northern Lighthouse Board, getauft. |
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Design and equipment contract for Transpetro’s new tanker fleet - 06.02.2026
06.02.2026 -
The contract, valued at more than 300 million NOK, includes delivery of complete ship design and a wide range of integrated systems, covering propulsion with Promas and controllable pitch propeller, deck machinery, tank gauging systems, electrical systems and advanced navigation and automation solutions such as K-Bridge, K-Chief, K-Gauge and K-Load. |
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Vertragsunterzeichnung in Oslo: Norwegen erhöht Bestellung um weitere zwei auf jetzt sechs U-Boote der Klasse 212CD - 30.01.2026
Kiel/Oslo, 30. Januar 2026 –
Die norwegische Regierung hat der Beschaffung von zwei weiteren U-Booten der Klasse 212CD zugestimmt. Mit der offiziellen Vertragsunterzeichnung erhält TKMS eine umfassende Auftragserweiterung im laufenden 212CD-Programm – einem der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte. Die Zahl der für die Königlich Norwegische Marine vorgesehenen Boote steigt damit von vier auf insgesamt sechs Stück. |
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Future-ready Wärtsilä 31 engine selected for Allseas fleet expansion newbuild - 22.01.2026
22.01.2026 -
Technology group Wärtsilä will supply the engines for a new purpose-built semi-submersible Heavy Transport Vessel (HTV) which is designed to minimise exhaust emissions and maximise fuel efficiency. The ship is being built for Switzerland-based offshore contractor Allseas Group at the Guangzhou Shipyard International (GSI) facilities in China. The engine order was booked by Wärtsilä in Q4 2025. |
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Komplettes SCHOTTEL-Antriebspaket für polnisches Marine-Rettungsschiff - 07.01.2026
Spay, 07.01.2026 -
SCHOTTEL liefert ein komplettes Antriebspaket für das neue Rettungsschiff „Ratownik“ der polnischen Marine, das derzeit bei PGZ Stocznia Wojenna gebaut wird. Das Schiff soll die bestehenden Rettungseinheiten der Marine ersetzen und die Möglichkeiten zur Unterwasserrettung erweitern. Zudem wird es den Schutz der Unterwasserinfrastruktur in der Ostsee stärken. Der Stapellauf ist für 2027 vorgesehen, die Auslieferung an die polnische Marine für 2029. |
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Rolls-Royce liefert mtu-Bordstromaggregate für E-Fähren von Baleària auf der Route zwischen Europa und Afrika - 15.12.2025
Friedrichshafen, 15.12.2025 -
Die Division Power Systems von Rolls-Royce liefert insgesamt acht mtu-Notstromaggregate für zwei vollelektrische Schnellfähren der spanischen Reederei Baleària. Die Schiffe werden ab 2027 die 18 Seemeilen zwischen Tarifa in Spanien und Tanger in Marokko elektrisch zurücklegen und damit den ersten „grünen Korridor“ zwischen Europa und Afrika eröffnen. |
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MSC Cruises und MEYER WERFT unterzeichnen Absichtserklärung zum Bau von sechs Kreuzfahrtschiffen - 15.12.2025
Papenburg, 15.12.2025 –
MSC Cruises gab heute einen Großauftrag über vier Kreuzfahrtschiffe der nächsten Generation und zwei weitere Optionen bei der MEYER WERFT in Papenburg bekannt. Damit startet die neue Plattform „New Frontier“ – eine völlig neue Schiffsklasse. Der Auftrag sichert die volle Auslastung der Werft bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein. |
Industrie-News
| REINTJES Azubis starten ins „echte“ Berufsleben - 23.02.2026
Hameln, 23.02.2026 -
Drei bzw. dreieinhalb Jahre konnten sie viel lernen, Erfahrungen sammeln und fleißig an Produkten mitarbeiten. Jetzt haben vier REINTJES Auszubildende ihren Berufsabschluss in der Tasche.
Zwei haben die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker erfolgreich geschafft, zwei sind nun Industriemechaniker. Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis.
Und was noch besser ist: Die vier ehemaligen Azubis bleiben REINTJES erhalten und sind schon fester Bestandteil der Produktion und ihrer Teams. |
| MEYER WERFT kooperiert mit TenneT bei der Ausbildung - 18.02.2026
Papenburg, 18.02.2026 –
Die MEYER WERFT GmbH und TenneT Germany haben einen Rahmenvertrag über eine Ausbildungskooperation geschlossen. Gegenstand des Vertrags ist die berufspraktische Ausbildung zum Industriemechaniker (m/w/d) mit Schwerpunkt Offshore, um dem wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu begegnen. |
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Wärtsilä and Abu Dhabi Maritime Academy explore collaboration to meet marine decarbonisation and sustainability goals - 10.02.2026
10.02.2026 -
Technology group Wärtsilä and Abu Dhabi Maritime Academy (ADMA) have signed a Memorandum of Understanding (MoU) to address the challenges and provide solutions for the marine industries transition to sustainable operations. The partnership is designed to foster innovation and sustainability within the maritime industry. The MoU is effective for an initial five-year term, with options for amendment or extensions upon agreement by both parties. |
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Vom Auszubildenden in die Geschäftsführung - 10.02.2026
Papenburg, 10.02.2026 –
Die MEYER WERFT erweitert ihre Geschäftsführung. Nach dem Eintritt von Melanie Freytag Anfang November 2025 als Chief Financial Officer (CFO) und dem bevorstehenden Antritt von André Walter als Chief Executive Officer (CEO) im Sommer 2026 ist Jörg Heidelberg seit dem 1. Januar 2026 in der Geschäftsführung als Chief Operating Officer (COO) tätig. Jörg Heidelberg hat auf der MEYER WERFT von der Pike auf gelernt und ist seit fast 30 Jahren im Unternehmen tätig. |
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Neue Fachkräfte für die MEYER WERFT - 09.02.2026
Papenburg, 09.02.2026 –
34 Auszubildende erhalten Abschlusszeugnisse - Alle bekommen Vertrag
Gute Nachrichten für die 34 Auszubildenden der MEYER WERFT, von EMS PreCab, RE Interior und ND Coatings, die am Mittwochabend ihre Abschlusszeugnisse in einem feierlichen Rahmen auf der Werft erhielten: Alle sind ab sofort als Facharbeiterinnen und Facharbeiter in den Betrieben tätig und haben einen Arbeitsvertrag in der Tasche. „Ein starker Jahrgang“, befand Jörg Heidelberg, COO der MEYER WERFT bei seiner Rede an die neuen Fachkräfte. |
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Projektstart für MEKO A-200 Fregatten: TKMS und BAAINBw unterzeichnen Vorvertrag - 03.02.2026
Koblenz, 3. Februar 2026 -
TKMS und das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) haben heute einen Vorvertrag für das Projekt MEKO A-200 DEU unterzeichnet. Der Vorvertrag dient dazu, die Ablieferung des ersten Schiffes bis Ende 2029 zu ermöglichen und zentrale vorbereitende Maßnahmen einzuleiten. Der Start der vorbereitenden Maßnahmen ist für Februar 2026 vorgesehen. |
| Tobias Kreklow ist neuer Abteilungsleiter Vertrieb - 29.01.2026
Hameln, 29.01.2026 -
Die REINTJES GmbH hat einen neuen Abteilungsleiter Vertrieb. Tobias Kreklow hat den Posten Anfang Januar 2026 übernommen. Er folgt auf Viktor Brickmann, der das Unternehmen verlassen hat.
„Wir freuen uns sehr, mit Tobias Kreklow jemanden weiter an uns gebunden zu haben, der die Branche und unseren Vertrieb sehr gut kennt und bei REINTJES und in der Region stark verwurzelt ist“, erklärt REINTJES Geschäftsführer Klaus Deleroi. |
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MDAX-Aufsteiger: TKMS feiert offiziellen MDAX-Einzug mit Glockenschlag auf dem Frankfurter Börsenparkett - 19.01.2026
Kiel, 19. Januar 2026 –
TKMS hat heute an der Frankfurter Börse mit dem traditionellen Glockenschlag zur Markteröffnung seinen Einzug in den MDAX gefeiert. Damit markiert der Konzern nur wenige Monate nach der Abspaltung von der thyssenkrupp AG und dem erfolgreichen Börsengang einen weiteren wichtigen Meilenstein am Kapitalmarkt. |
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Roland Schwandt neuer Geschäftsführer - 05.01.2026
Spay, 05.01.2026 -
Am 1. Januar 2026 übernahm Roland Schwandt im Rahmen einer geordneten Nachfolgeregelung die Geschäftsführung der SCHOTTEL GmbH von Stefan Kaul. In die Position des stellvertretenden Geschäftsführers wurde Christian Bock berufen. Stefan Kaul wird sich zukünftig auf die Produktions- und Materialwirtschaft für die Produktionsstandorte Dörth und Wismar fokussieren und der neuen Geschäftsführung mit seiner langjährigen Erfahrung eine Unterstützung bleiben. |















