Reparatur & Umbau

Regelmäßige Wartungsarbeiten und Reparaturen sowie die kontinuierliche Anpassung an den Stand der Technik durch Nachrüstung sind entscheidende Voraussetzungen für eine dauerhaft sichere, umweltfreundliche und effiziente Schifffahrt. Solche Dienstleistungen werden von deutschen Repartur- und Umbauwerften schnell, verlässlich und nah an den Schifffahrtsrouten erbracht. Durch geringe Werftliegezeiten wird eine hohe Transportleistung und Wirtschaftlichkeit gewährleistet. Spezialisierte Werften für Reparatur und Umbau demonstrieren Kundennähe und sind unverzichtbarer Bestandteil.

In Deutschland bieten mehr als 30 Werften mit maßgeschneiderte, Leistungen für das gesamte Größen- und Typenspektrum von See- und Binnenschiffen eine flächendeckenden Verkehrs- und Hafeninfrastruktur. Das Angebot reicht von der Reinigung der Außenhaut und der Erneuerung der Beschichtung, über die Reparatur von Havarieschäden und den Austausch beschädigter Ausrüstung bis hin zu Nachrüstung und Großumbauten.

Deutsche Reparaturwerften bilden das stärkste Standbein des europäischen SMRC-Angebotes (Ship Maintenance and Repair). Regelmäßig werden mehr als ein Viertel der europäischen Gesamtumsätze in Deutschland erzielt. Trotz starker Konkurrenz der Werften aus Polen, den Niederlanden und dem östlichen Baltikum überzeugen die hiesigen Standorte mit hoher Qualität und Design-Kompetenz sowie Schnelligkeit und Termintreue.

Diese Bedingungen des Reparaturgeschäftes stellen hohe Anforderungen an Mitarbeiter und Unterauftragnehmer. Derzeit belastet ein Mangel an reparaturerfahrenen Facharbeitern und kompetenter Sub-Contractoren die Wettbewerbssituation. Daneben leiden die Reparatur- und Umbauwerften auch unter Zugangsproblemen zu Investitionsmitteln und Fördermitteln für die spezifischen Innovationsbedarfe des Reparatursektors.

Deutsche Werften verfügen über exzellente Referenzen im Bereich komplexer Umbauten vor allem bei Kreuzfahrtschiffen, Fähren und Yachten sowie bei der Konversion in andere Schiffstypen. Solche Aufträge sind wichtig, um neben dem stark fluktuierenden, schwer planbaren Reparaturgeschäft für eine längerfristige Grundauslastung zu sorgen.

Aktuell blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Die Anfragetätigkeit nimmt zu und die deutschen Werften sind derzeit mit rd. ein Viertel ihrer Angebote erfolgreich. Durch intensive Kooperation in Werftverbünden hat sich die Auslastung der Reparaturdocks verbessert.

Wachstumsimpulse ergeben sich aus Fortschritten in der internationalen Vorschriftenschriftenentwicklung. Nachdem die International Maritime Organization IMO den Schwefelgehalt von Schiffstreibstoffen global auf 0,5% begrenzt hat, wird eine zunehmende Nachrüstung mit Abgasnachbehandlungsanlagen oder die Umstellung auf LNG- Antriebe erwartet.

Erfreulicherweise wird in Deutschland seit 2017 die Aus- und Umrüstung durch ein LNG-Investitionsprogramm gefördert. Allerdings enttäuscht der erste Förderaufruf mit zu engen Förderkriterien und durch unnötige Bürokratie bei der Beantragung. Der geforderte Nachweis einer überwiegenden Nutzung in europäischen Gewässern über einen Zeitraum von acht Jahren erschwert, z.B. die Nachrüstung von kleineren Containerschiffen auf deutschen Werften.

Auch IMO-Entscheidungen belasten die Reparaturbranche. Die erneute Verschiebung der Nachrüstung der fahrenden Flotte mit Ballastwasserbehandlungsanlagen um zwei Jahre dämpft die Erwartungen um Umbaubereich.

Existenzgefährdend wirken dagegen regulatorische Alleingänge der Europäischen Union bei der Zulassung biozidhaltiger Antifouling-Farben. Es drohen massive Wettbewerbsverzerrungen sofern bestimmte Außenhautbeschichtungen, die von weltweit operierenden Reedereien bevorzugt spezifiziert werden, nicht mehr in Europa appliziert werden können.